Mit der Wiedereröffnung des Internatsgymnasiums knüpft der Freistaat Sachsen an die Tradition der Fürstenschule St. Afra an, die 1543 gegründet wurde und bis 1945 bestand. Als Gymnasium in Landesträgerschaft wendet sich die Schule an hochbegabte Kinder, die hier eine spezielle Förderung erfahren. Die einzelnen Häuser für Schüler und Mentoren gruppieren sich zu zwei Großformen: Mittelstufe und Oberstufe bilden rechteckig begrenzte Cluster, die wie Inseln im freien Landschaftsraum schwimmen. Im Innern der Siedlungsbereiche entsteht dagegen ein eher städtisches Raumgefühl. Zwischen den Häusern bewegt man sich auf Gassen und Treppen wie in einem Stadtquartier.

Die geometrisch klar umrissene Kontur der Wohnbereiche bindet die einzelnen Häuser zusammen. Auf diese Weise wird ein äußerer Rahmen definiert, der eindeutige Grenzen setzt.
Konstituiert durch eine rigide erscheinende Ordnung erlaubt dieser Kodex gerade deshalb im Innern große Freiheit. Ordnung und Chaos, Plan und Spontaneität, Regel und Freiheit sind Begriffspaare, die der Charakter der Internatsbereiche assoziiert. Begriffe, die im Leben junger Menschen eine wichtige Rolle spielen, die aber genauso treffend das pädagogische Konzept dieser besonderen Schule beschreiben.
Projekttitel: Internatsgymnasium St. Afra, Meißen
Architekt, Architektin, Architekturbüro:
Maedebach & Redeleit Architekten GmbH
aus: Berlin
Fotonachweis:
Werner Huthmacher, Berlin
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