Das Planungsgebiet liegt an einem künstlich errichteten Hafenbecken im 1,5 km breiten Schilfgürtel des Neusiedlersees. Entsprechend der sensiblen Situation der Natur wurden an das Projekt sehr hohe ökologische Ansprüche gestellt. Durch die Vergrösserung des Hafenbeckens in Richtung der bebauten Flächen (Norden) konnten vier Inseln geschaffen werden.

Der Verzicht auf bebaubares Land durch die Schaffung zusätzlicher Seeflächen ermöglichte den direkten Zugang und Blickkontakt von jeder Wohneinheit zum Wasser. Ein einheitliches Baukonzept wird für unterschiedlich große Haustypen (Reihenhäuser und freistehende Gebäude) genutzt: Eine auf Rammpfählen aufgeständerte massive Grundplatte (aussen mit Schaumglas wärmegedämmt) bildet gemeinsam mit der massiven Mittelwand einen 'Speicherkern'.
Über der so entstandenen Box schwebt ein Flugdach, das das Gebäude im Sommer gänzlich in den Schatten stellt. Die südlichen Terrassen und die nördlichen Zugänge wurden von der Dachkonstruktion abgehängt. Das Energiekonzept setzt vor allem auf die passive Solarnutzung im Winter und Beschattung und 'Nachtspülung' im Sommer.


Jedem Haus ist ein Steg zugeordnet, über den die Bewohner direkt in das qualitativ hochwertige Wasser gelangen. Dadurch wird ein Aufwirbeln der abgesetzten Schlammschichten vermieden. Schon der bewusste Umgang mit der Lebenswelt in Jois kann Teil der Entspannung werden, weil er an die Einfühlsamkeit und Besonnenheit der Menschen appeliert.
So gesehen haben die Planer nicht nur eine Inselwelt, sondern auch eine Gegenwelt geschaffen.
Projekttitel: Feriensiedlung Inselwelt Jois
Architekt, Architektin, Architekturbüro:
Architekturbüro Reinberg
aus: Wien
Fotonachweis:
Copyright: Rupert Steiner
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